Kopfgeldjäger bei Fachkräftemangel der Headhunter

Die Beschschäftigung in der Altenpflege mit mit sogenannten Haushaltshilfen und Pflegekraften aus Osteuropa zum Beispiel aus Rumänien bzw. Siebenbürgen als auch aus Polen bringen meist viele Vorteile mit sich. In aller Regel basieren die Beschäftigungsverhältnisse auf Beiderseitige zufriedenheit. Doch viele Gefahren lauern in versteckten Details.

Kopfgeldjäger bei Fachkräftemangel der Headhunter

Beitragvon argentina33397 » 12. Dez 2013, 22:47

Kopfgeldjäger bei Fachkräftemangel - Headhunter als Rekrutierer

Headhunter Fachkräftemangel macht kreativ

Wenn Unternehmen schwerer an gute Bewerber kommen, schlägt die Stunde der Headhunter. Doch auch sie müssen sich einiges einfallen lassen, um an gute Kandidaten zu kommen - wie die Frankfurter Personalberatung Deininger zeigt.

Man muss gut lügen können in diesem Job. Wenn Hakan Isik versucht, geeignete Kandidaten für seine Aufträge zu finden, dann nimmt er immer wieder neue Namen und Identitäten an, erfindet die unterschiedlichsten Geschichten. Mal erzählt er der Telefonzentrale eines Unternehmens, er komme von der Goethe-Universität und brauche für eine Umfrage die Kontaktdaten der Produktmanager des Hauses. Mal gibt er sich als Vertreter eines Autobauers aus, der in einem Zulieferunternehmen denjenigen sprechen möchte, der die Großkunden betreut. „Jeder hier hat mehrfache Persönlichkeiten und verschiedene Email-Adressen“, sagt Isik.

Sein eigentlicher Beruf ist Researcher. Im Auftrag der Frankfurter Personalberatung Deininger, die im selben Hochhaus sitzt wie das Marriott-Hotel an der Messe, geht er auf die Suche nach Fachkräften, die geeignet für die freie Stelle eines Klientenunternehmens sind. Die Kontaktdaten reicht er an einen Personalberater von Deininger weiter, der dann in Kontakt mit dem Kandidaten tritt und ihn danach bestenfalls dem Auftraggeber präsentieren kann. Theoretisch könnten die Suche auch die Personalabteilungen der Unternehmen selbst übernehmen. Aber für viele sei das Spionieren, in welchem Unternehmen der passende Kandidat für die eigene vakante Stelle sitzt, immer noch „dirty business“, sagt Isik, der schon seit 16 Jahren dabei ist.

Eine versprenkelte Brqanche

Und so laufen die Geschäfte für Personalberater bestens. 1,55 Milliarden Euro Umsatz haben die deutschen Personalsucher nach Berechnungen des Bundesverbands deutscher Unternehmensberater im vergangenen Jahr gemacht - 3,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Die kurze Krise 2009, in der die Erlöse um mehr als ein Viertel auf 1,1 Milliarden Euro zurückgingen hat die Branche längst hinter sich gelassen - dem Fachkräftemangel sei Dank. Denn je schwerer es für Betriebe ist, einen geeigneten neuen Mitarbeiter für eine Stelle zu finden, desto größer ist die Bereitschaft, für diese Aufgabe einen Dienstleister zu Rate zu ziehen. 51.000 freie Stellen wurden laut Branchenverband 2012 mit Hilfe von Personalberatern besetzt, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Das meiste Geschäft, 43 Prozent, machen die Headhunter mit dem verarbeitenden Gewerbe, nur acht Prozent des Umsatzes machen sie mit Banken.

Es ist eine versprenkelte Branche. Nach einer Untersuchung aus dem Jahr 2011 bilden Kienbaum und Egon Zehnder mit Jahresumsätzen um die 75 Millionen Euro die einsame Spitze, gefolgt von Baumann mit 33 und Heads mit 26 Millionen Euro Umsatz. Dann gibt es großen internationalen Netzwerke wie Michael Paige und Hays. Sie alle haben große Standorte in Frankfurt. Doch dass sich die 5700 Personalberater, die der Branchenverband 2012 in Deutschland gezählt hat, auf rund 2000 Gesellschaften verteilen, zeigt, dass der Markt von sehr vielen kleinen Anbietern geprägt ist.
Gute Kandidaten finden sich nicht mehr so einfach

Der Wettbewerb ist hart. Denn der Fachkräftemangel sorgt nicht nur für volle Auftragsbücher, auch für Personalberater ist es natürlich schwieriger, gute Fachkräfte für die freien Stellen zu finden und die dann auch noch von einem Arbeitgeberwechsel zu überzeugen.

Bei der Suche nach Führungskräften, dem Executive Search, an eine ausreichende Zahl guter Kandidaten zu kommen, sei inzwischen ein großes Problem, gibt Thomas Deininger unumwunden zu. Er hat seine Beratungsgesellschaft vor 32 Jahren in Frankfurt gegründet und betreibt Büros in Indien, China und Polen. Um rechtzeitig den Draht zu guten Fachkräften herzustellen, baut er seit einigen Jahren gemeinsam mit seinem Sohn Kai Deininger die Suche für die mittlere Führungsebene aus. „Das sind die, die wir dann in zehn Jahren im Executive Search ansprechen können“, sagt der Unternehmensgründer.
Von der Konkurrenz absetzen

Auf dieser Ebene läuft inzwischen viel über die einschlägigen Portale im Internet. Die Deininger-Tochter Eurosearch hat sich darauf spezialisiert, Internetdatenbanken wie Xing, Linkedin und Experteer zu durchsuchen. Über die Jahre hat sie sich eine eigene Datenbank mit 400.000 Kandidaten aufgebaut. 18 junge Leute, viele von ihnen Studenten von der Goethe-Universität, durchforsten die Profile in den Online-Netzwerken nach wichtigen Stichworten, um die Kontaktdaten dann weiter an die Berater zu geben.

Mangel an guten Kandidaten macht kreativ. Wie viele andere in der Branche, bietet Deininger auch andere Dienste für seine Klientenunternehmen an, etwa die Schulung von Mitarbeitern, die Bewerbungsgespräche führen müssen. Das Geschäftsfeld, in dem der Branchenverband 2012 das größte Umsatzwachstum festgestellt hat, heißt Employer Branding. Dabei entwickeln die Beratungsgesellschaften für ihre Klientenunternehmen eigene Marketingstrategien, um sie für potentielle Bewerber attraktiv zu machen.

Denn gerade in Zeiten, in denen viele Fachkräfte mit guten Jobs versorgt sind, ist es für Firmen mit freien Stellen wichtig, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Auch darin sehen die Personalberater einen Vorteil ihres Geschäfts. Von alleine wechsle kein Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers zu Ernst & Young oder umgekehrt, gibt Thorsten Ebertshäuser, Partner bei Eurosearch, ein Beispiel. Über die Direktansprache versuchten die Personalberater, Kandidaten die Vorteile des Wechsels schmackhaft zu machen. Kai Deininger beschreibt die Aufgabe drastisch: „Wir wollen in den Köpfen der geeigneten Kandidaten die Tür aufstoßen: Stimmt, eigentlich hasse ich meinen Job.“
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http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/headhunter-fachkraeftemangel-macht-kreativ-12557326.html
Quelle: F.A.Z.
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